Sieben Schritte zu einer (guten) Buchrezension


Gute Buchrezensionen schreiben zu können ist immer eine nützliche Fähigkeit. Dabei ist es zunächst egal, ob du es für die Schule für ein Referat benötigst, ob du darüber nachdenkst einen Blog zu gestalten oder auch nur, um bei Amazon deine Meinung zu einem Buch loszuwerden, die anderen bei der Beurteilung hilft. Ganz egal, ob dir ein Buch nun gefallen hat oder nicht, eine gut geschriebene Rezension hilft anderen Lesern und Zuhörern sich einen Eindruck zu verschaffen. Und noch einen weiteren Vorteil gibt es: Man beschäftigt sich nachträglich gedanklich nochmal intensiver und kritisch mit einem Werk und hat so mehr davon.
Das Schreiben einer Rezension erfordert mehrere Schritte, die man beachten sollte, damit sie für andere einen Mehrwert hat.

Schritt 1: Eine (kurze) Zusammenfassung des Inhalts ist wichtig (Einleitung)

Schreibe kurz zusammen, worum es in dem Buch geht. In der Regel haben Bücher auf der Rückseite oder in einem eingeklappten Cover eine Inhaltbeschreibung, die man verwenden kann. Diese kann man auch noch anpassen, erweitern oder kürzen. Wichtig sind für die Inhaltsangabe drei Dinge:

  1. verrate keine wichtigen Details zur Handlung, die für Spannung sorgen (Spoiler*), damit der Lesespaß nicht verloren geht. Niemand will wissen, wer zum Beispiel der Mörder in einem Thriller ist oder ob eine Hauptperson am Ende stirbt.
  2. sie sollte Interesse wecken, sie darf also durchaus Rätsel aufgeben („Wird Frodo den Häschern des dunklen Lords Sauron entkommen und welche Macht hat der eine Ring…?“)
  3. sie sollte nicht zu lang und nicht zu kurz sein. Für einen Vortrag darf der Umfang größer sein. Für eine Buchrezension, die jemand lesen muss, muss sie knapp gehalten werden.

Schritt 2: Schreibe die für dich wichtigsten Aspekte zum Buch (Hauptteil)

Jedes Buch ist anders. Manches gefällt einem besser, manches eben nicht. Daher ist keine Rezension gleich und auch der Aufbau kann verschieden sein, je nachdem, worauf man mehr Wert legt.

Oft unterteilt man diesen Schritt in mehrere Abschnitte. Schreibe zum Beispiel über

  1. die Personen im Buch. Wer sind die Hauptpersonen? Was ist an ihnen besonders? Beschreibt der Autor ihr Aussehen und ihre Gedanken ausreichend? Emotionen und Beziehungen zwischen den Charakteren? Erzählperspektive…
  2. den Aufbau der Welt. Wo spielt die Geschichte (realer Ort oder Fantasywelt)? Wie wird diese Welt beschrieben (oberflächlich oder detailliert)? Gibt es Magie? Welche Völker? Besonderheiten?
  3. die Handlung und Inhalte des Buches. Worum geht es? Ist sie verwirrend oder kann man ihr gut folgen? Spannend oder nicht? Abwechslungsreiche Ideen oder eher langweilig? Vermeide auch hier Spoiler!

Nicht jeder Teil muss immer gleich umfassend sein. Vielleicht gibt es sehr viel über die Personen zu erzählen und die Welt war eher oberflächlich beschrieben bzw. nicht so wichtig. Oder du beschreibst genauer, warum das Buch für dich so langweilig war. Es kommt also immer darauf an, wie DU das Buch siehst und was DIR wichtig ist. Deine Meinung ist gefragt, also entscheidest DU was du den Lesern/Zuhörern unbedingt mitteilen musst und was nicht.

Einige gute Anregungen, über was man alles schreiben kann, findest du in meinem Bewertungssystem.

Schritt 3: Kurze Zitate und Beispiele lockern deine Rezension auf und untermauern deine Aussagen

Während du das Buch liest, kann es schon hilfreich sein, wenn du interessante Stellen notierst oder mit einem Post-It markierst. Dann vergisst du nichts, wenn du deine Rezension schreibst. Gute Zitate machen deine Aussführungen anschaulicher, sie sollten jedoch nicht zu lang sein und nicht zu viele. Die Zitate sollten nicht wichtiger sein als deine eigenen Gedanken zum Buch. Vergiss auch nicht Zitate als solche zu kennzeichnen und zu schreiben, wo du sie her hast.

Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein (*1879, Physiker)

Ist eine Person im Buch besonders witzig, dann kann ein Zitat mit einem dieser witzigen Aussagen dies verdeutlichen und den Leser zeigen, was du damit meinst.

Schritt 4: Wähle geeignete Bilder und Grafiken

Gerade bei längeren Rezensionen kann es von Vorteil sein, den Text mit einigen Bilder aufzulockern. Vorsicht jedoch mit Bildern aus dem Internet, wenn man selbst keine Rechte daran hat. Am besten sind Bilder, die man selbst gemacht hat, denn dann gibt es keine Copyright-Probleme.
Bei Büchern bieten sich vor allem die zugehörigen Cover an. Verlage haben hier in der Regel nichts gegen die Verwendung, weil eine Rezension ja auch kostenlose Werbung für das Buch ist.
Wer den Autor/die Autorin des Buches getroffen hat (zum Beispiel auf einer Buchmesse) kann auch gerne ein selbstgemachtes Bild von der Begegnung einfügen. Was ebenfalls immer geht: selbstgemalte Bilder.

Bilder verhindern, dass aus deiner langen Rezension eine „Bleiwüste“ wird, die keiner lesen will.

Bei einem Referat machen Bilder deinen Vortrag anschaulicher. Du kannst sie an die Tafel heften oder in der Klasse herumgehen lassen.

Schritt 5: Schreibe eine kurze Zusammenfassung/ein Fazit (Schluss)

Genauso wie bei der Inhaltsangabe sollte dein Fazit kurz und knackig ausfallen. Fasse die wichtigsten Punkte nochmal in kurzen Sätzen zusammen und schreibe in ein bis zwei Sätzen deine Meinung zum Buch.

„Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen/nicht gefallen, weil …“

„Besonders gut fand ich vor allem…“

Wenn dir das Buch nicht gefallen hat, dann schreibe vielleicht auch, dass es für andere trotzdem interessant sein könnte.

„Mir hat das Buch nicht gefallen, weil es eigentlich ein Liebesroman ist, die ich nicht so mag. Wer jedoch solche Romane gerne liest, könnte damit glücklich werden.“

Eine gute Idee ist es zudem, wenn du ähnliche Bücher nennst, die in die gleiche (oder auch entgegengesetzte) Richtung gehen.

„Wenn du das Buch XYZ magst, dann wirst du dieses Buch wahrscheinlich auch mögen.“

„Ich fand dieses Buch nicht so gut. Im Gegensatz dazu ist XYZ um einiges spannender.“

„Wenn du die Hauptperson im Buch XYZ mochtest, dann wirst du wahrscheinlich auch den Hauptcharakter in diesem Buch gerne mögen.“

Schritt 6: Bewerte das Buch nach einem Bewertungsschema (z. B. 1 bis 5 Sterne)

5 von 5 Sterne
„Ein tolles Buch!“

In vielen Blogs und Online-Shops werden inzwischen Bewertungen zu Produkten abgegeben. Oft erfolgt das durch Sterne zwischen 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut). Es ist jedoch nicht unbedingt notwendig Sterne zu nehmen, es können auch Federn, Kirschen, Smileys, Kätzchen, Autos, … sein. Nimm einfach, was zu deinem Blog passt.
Oft bewertet man das gesamte Buch mit Sternen. Man kann jedoch auch einzelne Aspekte jeweils einzeln mit Sternen bewerten (Handlung, Personen, Coverdesign, …).

Schritt 7: Rezension liegen lassen und dann nochmal überarbeiten

Wenn es mit der Rezension nicht allzu eilig ist, dann lasse sie am besten wenigsten einen Tag lang liegen und überarbeite sie dann nochmal inhaltlich. Oft fallen einem beim späteren Lesen bessere Formulierungen ein. Achte außerdem auf

  1. Korrekte Grammatik, Satzzeichen und Rechtschreibung
  2. Wortwiederholungen und verwirrende Formulierungen
  3. Struktur (Absätze und Überschriften)

Ist deine Buchvorstellung ein Referat, dann hilft es, wenn du es wenigstens einmal Freunden oder der Familie vorträgst, um zu hören, dass alles passt und um dir noch Tipps zu holen.

Nach der Überarbeitung und wenn du mit allem wirklich zufrieden bist, veröffentlichst du die Rezension im Internet bzw. präsentierst deine Buchvorstellung vor der Klasse.

Und jetzt viel Spaß beim Schreiben von Buchrezensionen. Du wirst sehen, dass dir die Schritte mit der Zeit immer leichter fallen werden und deine Rezensionen auch immer besser werden.

Jay

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